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Newsflash

27.05.2009 Ende der Einspruchsfrist
 
Einspruch Bergfelde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Mirko u. Silvia   
Sunday, 24. May 2009

Einspruch gegen das Planfeststellungsverfahren Ausbau A 10 nördlicher Teil

Az 1138-AHB-603.08

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit legen wir Einspruch gegen die Planung des Ausbau A10 nördlicher Teil ein.

In den Planungsunterlagen wurde unser Außenwohnbereich unseres Grundstücks im Forstweg 25 und anderer Grundstücke nicht berücksichtigt!

Den Außenwohnbereich nutzen wir äußerst intensiv. Ich sitze oft bis nach Sonnenuntergang im Freien und bereite Unterlagen für meine Arbeit vor. Ebenso zelten unsere Kinder mit ihren Freunden des öfteren bei uns im Garten. Unsere Eltern und die Großeltern unserer Kinder kommen öfters zu Besuch und übernachten natürlich auch bei uns. Unsere Eltern sind es gewohnt, bei offenem Fenster zu schlafen bzw. müssen dies sogar, da sonst krankheitsbedingt Beklemmungen und Angstzustände auftreten können. Aufgrund der derzeitigen Planungen des Ausbaus wären dies nicht mehr möglich und wir würden in unserer Lebensqualität beschnitten.

Wir fordern die Einhaltung aller Grenzwerte für die Lärmbelastung insbesondere der Aussenwohnbereiche, so dass auf keinen Fall passive Schallschutzmaßnahmen notwendig sind.

Der Beweggrund für den Kauf unseres Grundstückes sowie den Hausbau war und ist, der Lärm-, Schmutz- und Abgasbelastung in Berlin zu entgehen und die waldreiche Gegend zu nutzen, um hier unserer Freizeit und auch sportlichen Interessen nachzugehen. Wir wollten dem Großstadtlärm entfliehen und unserer gesamten Familie, aber vor allen unseren Kindern mehr Lebensqualität bieten. Hierfür haben wir uns für den Kauf des Grundstücks und des Hausbaus in hohem Maße verschuldet und sind nicht gewillt, jetzt die gleiche Belastung wieder vor der Haustür zu haben.

Ebenso akzeptieren wir nicht den Wertverlust, den unserer Haus und Grundstück aufgrund der derzeit äußerst mangelhaften Planung des Ausbaus erleiden würde.

Für uns ist aus den Planungsunterlagen nicht ersichtlich, auf welcher Basis die Schallschutzberechnungen durchgeführt worden sind, z.B. Jahr der Verkehrszählung.

Wir bestreiten daher die Richtigkeit der schallschutztechnischen Berechnungen.

Wir haben aus den Planungsunterlagen entnommen, dass die Autobahn etwa 1-1,5 m höher gebaut werden soll. Es wurde jedoch keine Prüfung des Baus auf altem Niveau oder unter dem alten Niveau durchgeführt, was einen deutlich besseren Lärmschutz zur Folge hätte. Dies muss nachgeholt werden!

Wir fordern eine deutliche Verbesserung des Lärmschutz im Bereich Bergfelde, hier z.B. die ersatzlose Streichung des Rastplatzes, da kurz zuvor an der Ausfahrt Birkenwerder entsprechende Tankstellen und Infrastruktur mit ausreichend Rastmöglichkeiten vorhanden sind und ausserdem wenige Kilometer weiter der nächste Rastplatz (Nähe Mühlenbeck) ist. Eine Unterbrechung und Überlappung durch eine Lärmschutzwand halten wir bei weitem nicht ausreichend, da bereits jetzt bei ungünstigen Winden eine erhebliche Lärmbelastung aus dieser Richtung erfolgt.

Außerdem fordern wir die Schließung des Lärmschutzwalls auf gesamter Länge im Bereich Birkenwerder, Siedlung Bergfelde und Mühlenbeck sowie eine Erhöhung und intensive Bepflanzung dessen, um einen deutlich höheren Lärmschutz zu erreichen. Noch besser wäre eine Ausführung direkt als Schallschutzwand (an der Oberseite nach innen gewölbt), da dadurch deutlich weniger in den „Lebensraum Wald“ eingegriffen werden muss.

Wir nutzen die Wälder in unserer Umgebung für unsere sportliche Leidenschaft. So jogge ich hier im Schnitt wöchentlich zwischen 70 bis 140 km und bin nicht gewillt, eine erhöhte Lärm- und Abgasbelastung in Kauf zu nehmen.

Wir fordern Sie auf, alle schallschutztechnischen Vorausberechnungen mindestens bis zum Jahr 2025 durchzuführen. Hier muss unbedingt Berücksichtigung finden, dass es mit Sicherheit zu einer erheblichen Zunahme des Kraft- und Güterverkehrs in und aus Richtung Polen und anderen osteuropäischen Staaten, nicht allein schon durch den besseren Ausbau der A10, kommen wird.

Des weiteren fordern wir die Weiterführung des offenporigen Asphalts über die gesamte Ausbaulänge und Ausführung entsprechender Reinigungs- und Erhaltungskonzepte, um die Schallschluckwirkung des Asphalts dauerhaft zu gewährleisten (lt. Planungsunterlagen ist offenporiger Asphalt nur in Birkenwerder vorhanden sowie kein Reinigungskonzept ersichtlich).

Die Autobahnunterquerung Landstrasse 21 Summt-Mühlenbeck, welche laut Planungsunterlagen nochmals um 2,5 m schmaler ausfallen soll, birgt erhebliche Unfallrisiken, denen ich meine Kinder unter keinen Umständen aussetzen kann und will. Wer diese Strecke mal während der Hauptverkehrszeiten gefahren ist, dem ist klar, dass dies unweigerlich zu einem massiven Stau- und Unfallschwerpunkt wird. Die L21 hat sich zu einer äußerst wichtigen Einfallstraße für Berlin entwickelt. Aufgrund des Ausbaus der A10 kommt es hier zu einer Tunnelwirkung, da die Länge der Unterführung erheblich zunimmt. Daher ist es äußerst wichtig, eine Separierung von Fuß- und Radwegen gegenüber der Fahrbahn auf beiden Seiten durchzuführen, damit eine Querung der Fahrbahn nicht notwendig ist. Sollte dies nicht erfolgen, kommt es hierdurch bei meinen und anderen Kinder zu einer erheblichen psychischen und physischen Belastung, wenn sie hier an im Abstand von wenigen Zentimetern vorbeidonnerndem Schwerlastverkehr die Autobahn unterqueren sollen.

Zu guter Letzt beanstanden wir die Ausführung der gesamten Planungsunterlagen, da diese auf keinen Fall allgemeinverständlich ausgeführt und dargelegt waren. Wir haben in persönlichen Gesprächen mit Nachbarn und älteren Mitbürgern mehrfach festgestellt, dass diese absolut überfordert sind. Ich werfe Ihnen vor, die Ausführungen absichtlich in einer derart abschreckenden und unübersichtlichen Art und Weise verfasst zu haben, dass diese Leute sich nicht trauen, Einspruch zu erheben. Ihr Vorgehen ist in keinster Weise mit unserem Rechtsstaat vereinbar.

Wir fordern Sie auf, die oben genannten Ausführungen in der weiteren Planung zu berücksichtigen!

Mit freundlichen Grüßen

Mirko Adamietz u. Silvia Gropp

Letzte Aktualisierung ( Sunday, 24. May 2009 )
 
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